Wir informieren: Akupunktur

Geschichte:

Akupunktur ist eine der ältesten, wenn nicht die älteste Heilungsmethode, die in ursprünglichem, kaum verändertem Zustand angewendet wird. Die Anfänge der Akupunktur liegen in China. Über die genaue Zeit ihres Entstehens gibt es widersprüchliche Angaben. Fest steht, dass die Akupunktur bereits 2000 Jahre v.Chr. angewandt wurde. Die Ursprünge liegen jedoch weiter zurück. Man schätzt etwa 3000 bis 4000 v.Chr. Aus Aufzeichnungen, die etwa in die Zeit um 1600 v.Chr. zu datieren sind, weiß man, dass zugespitzte Bambus- und Bronze-Nadeln zur Behandlung verwendet wurden. Das erste bekannte Buch über Akupunktur stammt aus dem Jahre 26 unserer Zeitrechnung. Erst im 14 Jahrhundert n.Chr. wurde die Akupunktur durch Berichte von Marco Polo auch in Europa bekannt. Allerdings ohne Einfluss auf die Medizin zu nehmen. In Europa, beispielsweise am preußischen Hof, wurde die Akupunktur erstmals im 17. Jahrhundert angewendet, allerdings ohne genauere Kenntnisse. Anfang der 50er Jahre des vergangenen Jahrhunderts in Europa und wenige Jahre später in den USA erfuhr die Akupunktur auch im Westen langsam Aufmerksamkeit. Anders als in Asien verbreitete sich die Akupunktur bei uns zunehmend über die Ärzteschaft. Und anders als in Asien standen die ärztlichen Anwender vor Beginn an unter einem Erklärungszwang gegenüber der westlichen Schulmedizin. So gab es bereits in den 50er Jahren in Europa erste zaghafte Ansätze, die Akupunktur wissenschaftlich zu erklären.

Kurz zur Theorie:

In früheren Jahren nahm man an, dass die Akupunktur ähnlich wie etwa die Reflexzonentherapie, Bädern und Massagen, den "Hautreizungsmethoden" zuzuordnen sei. Andere Über-legungen erklärten die Akupunktur ganz einfach mit wirksamen Placebo-Effekten. Aber wieso konnten dann auch Säuglinge und Tiere mit Akupunktur wirkungsvoll behandelt werden? Die moderne Forschung hat inzwischen nachgewiesen, dass Akupunkturpunkte in ihrer Umgebung einen erheblich geringeren (bis zu 85%) elektrischen Widerstand an der Hautoberfläche aufweisen. Eine der vielversprechendsten Hypothesen geht davon aus, dass Meridiane (Verbindungslinie der einzelnen Aku-punkturpunkte) transspinale Verbindungswege in Form von Neuronenketten sind. Das heißt, das Gehirn projiziert die ankommenden Erregungen auf die Haut. Im Falle einer Schmerzauslösung werden beim Menschen die Nozizeptoren erregt. Sie wandeln den Reiz in einen elektrischen Impuls um und leiten ihn zum Rückenmark weiter. Weitere Forschungsarbeiten konnten nachweisen, dass es durch die Reizung von Akupunkturpunkten zu einer vermehrten Ausschüttung von Endorphinen ("körpereigene Schmerzmittel") kommt.
Eine vollständige Erklärung für die Wirkungsweise der Akupunktur konnten uns die Forschungsergebnisse allerdings bis heute noch nicht geben.

Indikationen:

Wenn man von den Indikationen der Akupunktur spricht, muss man gleichzeitig darauf hinweisen, dass es – wie bei fast jeder anderen Form der Behandlung - keine ausschließlichen Indikationen für die Akupunktur gibt. Es gibt allerdings Krankheitsbilder, die sich nachweislich mit Akupunktur gut behandeln lassen und andere, bei denen die Akupunktur eher weniger erfolgreich ist. Es gibt auch Indikationen, bei denen die Akupunktur sich als eine hervorragende und wirkungsvolle Ergänzung herausgestellt hat. In folgenden Fällen hat sich die Akupunktur als wirkungsvoll herausgestellt:

Erkrankungen des Bewegungsapparates:

  • Störungen im HWS-Bereich mit Spannungskopfschmerzen,
  • sog. Schiefhals,
  • Schmerzen und Störungen im Bereich BWS und LWS,
  • Ischialgie,
  • Gelenkschmerzen bei Arthrosen,
  • sog. Tennisellenbogen,
  • Sehnenscheidenentzündungen,
  • Schulter-Arm-Syndrom.

Erkrankungen der Atmungsorgane:

  • chronisches Asthma,
  • chronische Bronchitis,
  • Heuschnupfen,
  • Bronchialasthma.

Psychische Funktionsstörungen:

  • Schlaflosigkeit,
  • Konzentrationsschwäche,
  • Reizbarkeit und Abgeschlagenheit.

Neurologische Erkrankungen:

  • Lumbago,
  • Ischialgien.

Kopfschmerzen:

  • Spannungskopfschmerzen,
  • Migräne,
  • Menstruationskopfschmerz.

Suchtbehandlung:

  • Raucherentwöhnung,
  • Alkoholsucht,
  • Esssucht.

Aus Platzgründen können hier nicht alle Anwendungsmöglichkeiten für Akupunktur aufgezählt werden. Bitte fragen Sie uns, ob in Ihrem speziellen Fall eine Behandlung mit Akupunktur sinnvoll ist.

Wie wird es gemacht?

Die klassische Akupunktur - die Körperakupunktur - wird mit Stahlnadeln durchgeführt. Es werden ausgewählte Körperpunkte unterschiedlich tief (von 0,5 mm bis 3 cm und mehr) gestochen. Die Nadeln verbleiben ca. 20 bis 40 min liegen und werden gelegentlich z.B. durch Drehen gereizt.Andere Formen der Therapie sind beispielsweise die Ohrakupunktur (besondersgut geeignet für die Suchttherapie), die Schädelakupunktur und viele andere mehr.

Kosten der Behandlung:

Die Akupunktur gehört nicht zu den regulären Leistungen der Krankenkassen. Generell gilt diese Therapie nur als Privatleistung. Dennoch sind manche Kassen bereit, Teile der Behandlung nach vorheriger Anfrage, zu übernehmen. Den Antrag auf die Kostenübernahme können wir auf Wunsch gemeinsam mit Ihnen stellen. Die Akupunkturbehandlung, wie auch alle sonstigen Privatleistungen, wird nach GOÄ (Gebührenordnung für Ärzte) abgerechnet. In der Broschüre IGeL finden Sie entsprechende Abrechnungsziffer und Höhe der Gebühren. Bitte fragen Sie uns nach Kosten für Ihre individuelle Behandlung!

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