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Zecken

 

 

Die Zecke, auch Holzbock genannt, gehört zu den weltweit mit etwa 800 Arten verbreiteten Spinnentieren (Milben). Die in Europa häufigste Art ist Ixodes ricinus. Die Zecke ist relativ großer, 1 – 3 mm langer, blutsaugender Parasit mit Schildkrötengestalt und Chitinmembran. Der Körper ist flachgedrückt, kann aber bei Blutaufnahme sehr stark anschwellen (vollgesogen sogar bis auf 3 cm). Ausgestattet ist sie charakteristisch mit einem Stechrüssel mit Widerhaken.

 

Zecken saugen das Blut von Warmblütern (einschließlich des Menschen) in allen drei Entwicklungsstadien: als 6-beinige Larve, als 8-beinige Nymphe und als erwachsene (adulte), geschlechtsreife Form. Während ihres Lebens (3 – 5 Jahre) müssen die Zecken drei mal in jeder ihrer Entwicklungsformen Blut zu sich nehmen. Die Zeiten der Hauptaktivität der Zecken sind März bis Juni und August bis Oktober.

 

Der Lebensraum der Zecken liegt direkt über der Erde im niedrigen Gehölz (Gebüsch) bis zu einer Höhe von etwa 1 – 1,5 m, auf der Wiese (Grashalme), im Wald und Garten. In Landschaften mit einer Höhe über 1000 m können sie nicht überleben. Sie können in der Natur bis zu 2 Jahre ohne Nahrungsaufnahme auf ihre Opfer lauern! Während des Saugvorganges der Zecke kann es zur Übertragung eines zu Lähmungen führenden Toxins (Gift), Viren (z.B. FSME-Virus) und / oder Bakterien (z.B. Borrelien) in den Körper des Ernährers kommen.

 

Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Zecken so schnell wie möglich zu entfernen, selbst wenn ein Teil des Parasites (Stechrüssel) in der Haut verbleibt.  Der  Rest  kann  später  z.B.  vom  Arzt entfernt werden. Zecken sollen weder mit Öltropfen beschmiert noch mit Alkohol besprüht werden,  da  sie  sonst Gift und Bakterien aus den Speichelorganen oder ihrem Darm in den Wirt entleeren. Sie werden am besten mit einer Zeckenfasszange dicht an der Haut gefasst, vorsichtig gedreht (kein Gewinde!) und herausgezogen. Ein Ausquetschen des gefüllten Körpers soll unbedingt vermieden werden.

 

Neue Forschungen haben ergeben, dass die Viruslast von erwachsenen Zecken erheblich höher ist, wenn sie bereits am Menschen gesogen haben. Das Risiko einer Infektion steigt auf jeden Fall mit der Dauer der Blutmahlzeit der Zecke.

 

Zecken können viele verschiedene Krankheiten übertragen. Die unterschiedlichen Erreger werden unterschiedlich häufig bei den Zecken beobachtet. Die Durchseuchung der Zecken mit dem Erreger kann je nach Jahreszeit, Land / Kreis, Endemiegebiet unter-schiedlich ausfallen. So informiert beispielsweise das Landesgesundheitsamt Baden-Württemberg, dass FSME-Erreger mittlerweile bei einer von 100 Zecken vorhanden sind (vor 10 Jahren waren es eine von 1000 Zecken). Bei der Borreliose liegen die Zahlen wesentlich höher: 10 bis 40% der Zecken sind mit Borrelien infiziert!

 

Zu den häufigsten Erkrankungen / Erregern gehören:

·        Lyme-Borreliose

·        FSME (Frühsommer Meningo-Enzephalitis)  

·        Erreger der Zeckenlähme (Zecken-paralyse)

·        viele weitere aber für uns weniger gefährliche

 

Borreliose ist eine Infektionskrankheit, deren Bedeutung in letzter Zeit deutlich zunimmt. Es handelt sich dabei um eine Multiorganerkrankung, die durch große, bewegliche, unregelmäßig  spiralige  Bakterien übertragen wird (Borrelien). Die Erreger wurden durch  Willy Burgdorfer  im Jahre 1981 entdeckt (Borrelia burgdorferi).

 

Die Erkrankung beginnt in Stadium 1 mit Hautreizungen an der Einstichstelle – Wanderröte (Erythema migrans). Diese wurde erstmals 1976 in der amerikanischen Ortschaft Lyme in Zusammenhang mit einem Zeckenbiss nach-gewiesen (Lyme-Borreliose). Wenige Tagen bis Wochen nach dem Biss beobachtet man eine Hautverfärbung, welche sich dann zentrifugal ausbreitet und häufig in der Mitte abblasst. Sie wird begleitet von unspezifischen grippalen Krankheitserscheinungen: Müdigkeit, Muskel- und Gliederschmerzen, Gelenkschmerzen, Fieber.

 

Im Stadium 2 ist vor allem das Nervensystem betroffen (Neuroborreliose): Quälende, brennende Nacht- und Ruheschmerzen im Bereich der Nervenwurzeln, Lähmungen der Hirnnerven und Hirnhautentzündung (häufiger bei den Kindern). Aber auch Herzrhythmusstörungen (Lyme-Karditis) und kurzfristige Blindheit (Ophtalmoborreliose) gehören zu den Symptomen.

 

Stadium 3 (Monate bis Jahre nach einem Biss) manifestiert sich vor allem durch Entzündungen der großen Gelenke (Lyme-Arthritis), die von rheumatischen Entzündungen schwer zu unterscheiden sind, Hautveränderungen (Acrodermatitis) mit anfangs Schwellungen, danach Austrocknung der Haut und ausgedehnte Lähmungen der Glieder als Folge der Hirnhautentzündung.

 

Die Behandlung der Borreliose ist stets mit Antibiotika durchzuführen. Welche  und in  welcher Dosierung ist vom Stadium der Erkrankung abhängig. Es gibt keine Impfungen gegen diese Erkrankung (Stand 2003).

 

FSME – Frühsommer Menigo-Enzephalitis ist eine virale Erkrankung, deren Ausbreitung in Ost- und Süddeutschland besonders groß ist. Auch in Ost- und Südeuropa sowie in Skandinavien treten vermehrt  mit FSME-Viren infizierten Zecken auf.

 

Etwa 200 Erkrankungen jährlich werden in Deutschland registriert. In NRW sind es 3 bis 7 im Jahr, wobei die Infektion meist woanders erfolgte. Man kann sich mit einer Impfung gegen diese Erkrankung schützen. Wichtig ist die Impfung für Menschen, die sich in den gefährdeten Gebieten aufhalten, ob Wohnort oder im Urlaub, deren Immunsystem geschwächt ist (Kinder, Kranke) sowie Waldarbeiter oder Gärtner.

 

 

 

 

Zeckenlähmung – Schlaffheit und Lähmung der Gliedmaßen, Blasen- und Mastdarminkontinenz, Schwindel, Erbrechen, Lichtscheu sind Beschwerden, die durch  Zeckengift verursacht werden. Gefährlich ist die Lähmung des Atemzentrums, die als Atemlähmung in letzter Konsequenz zum Tod führen kann.  

 

 

Wie können Sie sich schützen?

 

·         gefährliche Gebiete möglichst meiden (hohes Grass, Sträucher, Farn),

·         vor der Exposition (Spaziergang) die Haut mit Schutzmittel (Repellents) behandeln (z.B. Autan),

·         geschlossene, helle Bekleidung tragen, um Zecken sofort zu entdecken,

·         Kleidungswechsel nach Spaziergängen oder Gartenarbeiten,

·         sorgfältiges Absuchen der Haut nach Aktivitäten im Freien,

·         sofortige Entfernung der Zecke und Desinfektion der Haut danach.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Praxis Roman Krużycki, Chirurg, Durchgangarzt, Chirotherapie, Sportmedizin

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